Grundlagen Architekturfotografie

David war vor 2 Wochen auf der Reise von Deutschland nach Sri Lanka und hatte die Gelegenheit in Abu Dhabi einige Stunden Aufenthalt zu genießen. Diese wenigen Stunden hatte er genutzt um die Scheich-Zayid-Moschee die erst 2007 fertiggestellt wurde zu fotografieren. Es ist ein extrem beeindruckender Bau, der einige Rekorde in der Welt hält. Im riesigen Gebetsraum haben 40.000 Gläubige gleichzeitig Platz!

Anhand dieser Bilder wollen wir euch heute ein paar Infos für Architekturfotografie an die Hand geben: 

  • Planung ist wichtig. Ohne das Wissen, wann die Moschee geöffnet ist, wann Sonnenaufgang ist und wann die Busse dort hin fahren, wäre diese Bilder nicht entstanden. 
  • Sonnenaufgang und Untergang sind für Architekturfotografen sehr gute Zeiten. Dabei ist wichtig, ob das Motivgebäude selber im dunkel erleuchtet wird oder nicht.
    • Wird es beleuchtet ist ggf. die jeweilige blaue Stunde vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang besser.
    • Wird es nicht beleuchtet, dann ist die goldene Stunde, so wie hier im Beispiel sinnvoller. 
  • Bei beliebten Touristenzielen müsst ihr darauf achten, möglichst einen ruhigen Tag zu wählen. Das bedeutet meist die unbequemen Termine früh am Morgen oder an Werktagen zu nehmen, wo weniger Leute unterwegs sind und euere Bilder stören können. 
  • Um eine optimale Schärfe und Qualität des Bildes zu erhalten solltet ihr die Blende auf 8 stellen, sowie die ISO Zahl so tief wie möglich, wenn es geht auf 100 (nicht unter 100).
  • Um keine verwackelten Aufnahmen zu erhalten solltet ihr darauf achten, dass die Verschlusszeit nicht zu lang ist. Ein Bildstabilisator kann euch hier sehr helfen. 
  • Bei jedem Bild und gerade bei Architekturfotos sind die Linien in unserem Bild sehr entscheidend.
    • Achtet darauf, dass ihr gerade fotografiert. Ein gerader Horizont ist hier die Ausgangsbasis eines jeden Bildes. 
    • Schaut, dass keine Linien euer Motiv kreuzen, wie z.B. Stromkabel die in der Luft hängen oder andere Dinge, die nicht zum Motiv gehören. 
    • Auch alle senkrechten Linien sollten gerade sein. Da dies aber nicht immer geht, wie z.B. im ersten Bild zu sehen, entscheidet euch dafür wenigstens die waagerechten Linien gerade auszurichten. Die senkrechten/vertikalen Linien könnt ihr ggf. nachträglich in Lightroom begradigen
  • Das einfachste Mittel in der Architekturfotografie ist die Symetrie. Platziert das Motiv genau in der Mitte eures Bildes, so dass die linke und die rechte Seite des Bildes gespiegelt erscheinen. Dies ist nicht immer so einfach wie man denkt, daher lasst euch damit Zeit. Je perfekter die Mitte getroffen wurde, desto besser! Hier in allen Bildern außer dem 2. zu sehen. 
  • Im 2. Beispielbild seht ihr ein weitere Nutzung von Linien als Bildstilmittel. Die Linien des Gebäudes laufen alle in die Richtung der Person zu. Diese ist hier zusätzlich noch als Unterbrechung der sonst glatten Säule platziert, so dass sie noch deutlicher auffällt. Wenn ihr also Personen in eurem Bild habt, nutzt sie um euer Bild noch interessanter zu gestalten. Sie vermitteln ein Gefühl von der Größe eures Motivgebäudes.
  • Die meisten großen Gebäude erlauben es uns meist nicht, sie aus größerer Distanz aufzunehmen, da sie von anderen Gebäuden umgeben sind. Daher ist es sinnvoll ein Weitwinkelobjektiv dabei zu haben, was euch erlaubt auch aus kurzer Entfernung das gesamte Gebäude auf das Bild zu bekommen. 
  • Man kann ein Weitwinkelobjektiv manchmal jedoch simulieren, wenn man einfach mehrere Aufnahmen des Motivs als Panorama per Software zusammensetzt. In Bild 3 der Bilderreihe wurde dies durchgeführt. Dabei ist darauf zu achten, das man die Kamera immer gerade hält, damit keine Verzerrungen entstehen. 
  • Um bei Weitwinkelaufnahmen die entstehenden Verzerrung durch die kurze Entfernung zum Motiv zu kompensieren, ist es ratsam in Lightroom oder Photoshop diese Verzerrung herauszurechnen. Dies hat jedoch immer einen Verlust der Ränder des Bildes zur Folge. Daher immer etwas Platz um das Bild lassen, wenn ihr es später noch korrigieren wollt.
  • In Lightroom CC gibt es für diese Korrektur der Verzerrung eine einfache Funktion, die meist recht zuverlässig funktioniert. Diese findet ihr im Entwicklungsmodul unter Transformieren. Hier könnt ihr einfach "Auto" anklicken. In den meisten Fällen rechnet dies die Verzerrung aus dem Bild. Probiert es aus :) 

 

Wir hoffen, dass ihr aus diesen Tipps etwas Neues mitnehmen konntet und freuen uns darauf euch für noch mehr Tipps in unserem Nachtfotografie Kurs oder unserem zukünftigen Architekturfotografie Kurs begrüßen zu dürfen :) 

Euer

Julian und David

Scheich-Zayid-Moschee Architekturfotografie Köln Fotoworkshop
Scheich-Zayid-Moschee Große Moschee Abu Dhabi-2.jpg
Scheich-Zayid-Moschee Fotoworkshop Köln
Scheich-Zayid-Moschee Reisefotografie und Panoramafotografie Kurse
Scheich-Zayid-Moschee Innenarchitektur Fotografie Fotokurse
 

Video von unserem Workshop zur Photokina online

Hier haben wir etwas Interessantes für euch :) 
Zur Photokina hat David in Köln ca. 20 Bloggern aus aller Welt Fotokurse gegeben. Organisiert wurde dies von dem Magazin sisterMAG aus Berlin und der Firma CEWE.

In dem Video 🎬 erhaltet ihr einen Einblick in diesen Tag und den Kurs.

Wir wünschen euch einen ruhigen Ausklang der Woche!
Julian und David

PS: Das Video seht ihr jetzt erst, weil David es erst gefunden hat, nachdem er mal aus Spaß nach sich selber gegoogled hat und so darauf gestoßen ist :)

 

Unsere Kleine Objektivkunde - Was muss ich beachten?

Ich habe nur teure Objektive mit einer hohen Lichtstärke – Nur so werden Fotos perfekt!!

Kann diese Aussage stimmen? Wir sagen ganz klar NEIN!!

Natürlich gibt es einiges zu beachten, jedoch kann man auch mit preiswerten Objektive grandiose Fotos machen. Um Euch einen Einblick in die Objektivwelt zu geben, haben wir unsere Gehirnzellen richtig rauchen lassen ;-)

Als erstes möchten wir das Thema -> Welches Objektiv passt auf meine Kamera <- behandeln.

Grundsätzlich müsst Ihr hier auf den Hersteller und die Modellinie achten. In der nachfolgenden Liste haben wir mal die Unterschiedlichen Modelle der Hersteller aufgeführt. Diese beinhaltet die aktuellen Modelle. Leider können wir nicht alle Modelle hier auflistet, da würden wir noch sehr, sehr lange sitzen.

·      Nikon D3000 bis D7200 / D40 bis D90 / D300 bis D810 / D1 bis D5

o   Nikon F-Mount -> Klick

·      Canon 1000D bis 1200D / 500D bis 760D / 50Dbis 70D / 5D bis 1D

o   Canon EF-Mount -> Klick

·      Sony A33 bis A99

o   Sony A-Mount -> Klick

·      Sony A3000 bis A6300 / A7 bis A7R2

o   Sony E-Mount -> Klick

Somit haben wir die aktuellsten und wichtigsten Anschlüsse (auch Bajonett genannt) kurz aufgelistet.

„Leider“ gibt es noch bei Canon und Nikon ein weiteres Merkmal der Objektive. Da die Kameras unterschiedlich große Sensoren haben, gibt es auch unterschiedliche Objektive hierfür. Nikon unterscheidet in FX und DX Objektive. DX steht für ein Objektiv im APSC Format und FX steht für Vollformat. Bei Canon werden die Objektive für den APSC Sensor mit EF-S und für den Vollformat Bereich EF genannt. Generell muss man aber sagen, dass die Vollformat Objektive auch an den APSC Sensoren benutzt werden können. Nutz man ein APSC Objektiv an einer Vollformat Kamera, entsteht ein schwarzer Rand. Dieses Thema wird auch in unserem Grundkurs behandelt.

Objektiveigenschaften

Als nächstes schauen wir uns die Objektive und deren Eigenschaften an. Es gibt so ziemlich fast alle Arten von Objektiven zu kaufen. Wichtig für uns sind die Bezeichnungen auf den Objektiven. Hier ein Beispiel anhand eines Nikon Objektivs.

Dieses Objektiv hat einen Autofokus, eine Brennweite von 24-70mm (somit ein Zoomobjektiv), eine maximale Offenblende von f2.8. Die Naheinstellgrenze wird im kleinen Fenster in Meter angezeigt. Auf der Linken Seite gibt es einen Schiebeschalter um auf die manuelle Fokussierung umzuschalten.

Objektiveigenschaften anhand eines Nikon 24-70 Objektiv erklärt

Es gibt natürlich noch viele weiteren Informationen die aufgedruckt sind, jedoch sind die o.g. Informationen für uns am wichtigsten. Hier können wir erkennen ob diese für unseren Einsatzzweck geeignet sind.

Somit wären wir auch schon bei einem super wichtigen Punkt.

 Welches Objektiv benötige ich für welche Art der Fotografie

Diese Frage können wir beantworten, jedoch möchten wir hier noch einmal darauf hinweisen, dass Regeln gerne auch gebrochen werden können ;-) Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Fangen wir mit den ruhigen Motiven an -> Landschaften und Architektur

Hier haben wir natürlich einen Vorteil wenn wir möglichst viel auf unsere Foto bekommen. Dadurch ist eine kleine Brennweite hier von Vorteil. Doch Achtung: Wenn wir unter 20mm Fotografieren können die Linien stürzen. Dies muss unbedingt beachtet werden. Hierdurch kann ein Effekt eintreten welchen wir u.U. nicht auf unserem Foto haben möchten. Dieses Thema wird durch David in unserem Nachtfotografie / Langzeitbelichtungskurs auch behandelt.

Hier ist ein schneller Autofokus nicht so wichtig, dagegen ist ein Bildstabilisator umso mehr wichtig.

Drehen wir den Spieß um -> Sport und Actionfotografie

Bei dieser Art der Fotografie benötigen wir dringend einen schnellen Autofokus. Wenn es schnell geht, muss auch das Objektiv diese Geschwindigkeit mitgehen können. Somit müssen wir hier auf den Autofokus achten und benötigen auch eine Brennweite im Bereich zwischen 50mm bis 600mm. Dies hängt immer von der Sportart und der Entfernung der Action ab. Ein gutes Einsteiger Objektiv ist das Tamron SP AF 70-300 F/4-5.6 Di VC USD. Dieses Objektiv kostet nicht sehr viel, erzielt für den Anfang jedoch schon sehr gute Ergebnisse. Natürlich kann es nicht mit einem Nikon 70-200mm 1:2.8G ED VRII oder dem Canon EF 70-200mm f/2.8L IS II USM mithalten, jedoch sind diese auch sündhaft teuer und lohnen erst, wenn man diesen Bereich der Fotografie als seinen Fokus definiert hat.

Wir -> Die Portraitfotografie

Bei der Portraitfotografie benötigen wir ein Objektiv ab 50mm bis, naja, nach Geschmack sogar 200mm. Wichtig ist hierbei eine kleine Blendenzahl (1.8 – 2.8) Dies garantiert eine schöne Unschärfe im Hintergrund. Gerne werden hier auch Festbrennweiten benutzt. Diese erzielen meistens eine höhere Schärfe, bedingt durch den Wegfall der „Zoomfunktion“. Zwei gute Klassiker sind 50mm f1.8 von Nikon, Canon oder Sony A-Mount oder das 85mm f1.8 von Nikon oder Canon.

 

Die Miniaturwelt -> Makrofotografie

Bei der Makrofotografie ist ein Abbildungsmaßstab von 1:1 wichtig. Dies bedeutet dass Eure Motiv in de Originalgröße auf der Bildebene abgebildet wird. Somit könnt Ihr wunderschön die Details eines Insekts, alltägliche Gegenstände in ganz neuer Perspektive abbilden. Bei der Makrofotografie empfiehlt es sich fast immer bei statischen Motive ein Stativ zu nutzen. Somit verwackelt Ihr nicht und habt die perfekte Schärfe. Folgende Objektive können wir hier empfehlen: Tamron 90mm f2.8 / Nikon 105mm f2.8 / Canon 100mm f2.8

 

Wir hoffen dass wir Euch einen guten Einblick in die Welt der Objektive geben konnten. Solltet Ihr noch Fragen haben, könnt Ihr diese auch bei unseren Fototreffen loswerden. Die Termine hierzu  posten wir auf unserer Homepage oder auf unserer Facebookseite

Viel Spaß weiterhin

David und Julian

 

Speicherkarten: SD-, CF- oder doch lieber XQD-Karten?

Heute wollen wir uns dem Thema "Speicherkarten" zuwenden

Die Industrie macht es uns wirklich nicht leicht. Es gibt mittlerweile viele unterschiedliche Speicherkarten für Foto- und Videokameras. Nicht nur die Tatsache, dass die Hersteller unterschiedliche Typen verwenden (SD / SDHC / SDXC / CF / CFast / XQD), sondern auch die Unterschiede bei den jeweiligen Karten machen es uns schwer die richtige Speicherkarte für unsere Kamera auszuwählen.

Aus diesem Grund wollen wir Euch eine Übersicht zu den aktuellen Speicherkarten geben.

Update Stand 05.09.2018

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SD - Secure Digital Karten

Fangen wir doch mit der SD-Karte (Secure Digital) an. Diese Karte ist aktuell die am meisten genutzte Karte auf dem Markt. Fast jeder Kamerahersteller benutzt diese Speicherkarten in den aktuellen Modellen. Auch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis interessant.

Bei SD-Karten wird in folgende Kapazitätsklassen unterschieden:

SD 1.0/1.1 - Diese ist die Mutter aller SD-Karten und wurde 2001 von ScanDisk eingeführt. Sie kann zwischen 8MB und 2 GB aufnehmen.

SDHC 2.0 - Die SDHC Karte (HC = High Capacity)  kann je nach Ausführung zwischen 4GB und 32GB Daten aufnehmen. Dieser Standard wurde 2006 eingeführt und ist weiterhin noch oft im Einsatz.

SDXC 3.0 - Die SDXC Karte (XC = eXtended Capacity) kann deutlich mehr Daten abspeichern. Hier sind Datenmengen von bis zu 2 TB (TerraByte) möglich. Diese Karten nur in einem SDXC-kompatiblen Geräte formatieren!

Eine SD-Karte kann folgende Bauformen haben: 

Normale SD-Karte - 32,0 mm × 24,0 mm × 2,1 mm - ungefähr Daumennagelgröße

mini / micro SD - Diese beiden Typen sind die kleinen Brüder der normalen SD-Karte. Beide Formate sind deutlich kleiner als eine normale SD-Karte. Mit einem Adapter können diese wie eine normale SD-Karte genutzt werden. mini / micro SD-Karten sind etwas langsamer beim Speichern und Lesen der Daten. Besonders micro SD-Karten werden in Handys und Actionkameras (z.B. der GoPro) eingesetzt.

Performance von SD-Karten

Die Performance der SD Karten kann man anhand mehrerer Merkmale erkennen. Alle SD-Karten sind mit der "class"-Bezeichnung (1-10) gekennzeichnet. Class 1 bedeutet, dass die Karte mit 1MB/s (langsam) die Daten abspeichern kann. Class 10 bedeutet 10MB/s (sehr schnell).

Die Class-Bezeichnung ist mittlerweile jedoch etwas veraltet, da die Ansprüche an eine schnelle SD-Karte sprunghaft gestiegen sind. Daher drucken die Kartenhersteller zusätzliche Geschwindigkeitsangaben auf die Karten, die meist die Lesegeschwindigkeit bezeichnen. Die Schreibgeschwindigkeiten sind jedoch für eure Karte wichtiger! Diese liegen meist einige Prozent unter den Angaben der Lesegeschwindigkeit.

UHS Class 1 und UHS Class 3

Auf der Speicherkarte findet ihr vielleicht ein Symbol U1 oder U3. Dies sagt euch, ob die Karte mind. eine Schreibgeschwindigkeit von 10MByte/s hat oder 30 MByte/s. Aber auch diese Aussagen sind eher veraltet, da bereits günstige Karten fast alle 30 MByte/s schaffen und mittlerweile viel höhere Geschwindigkeiten benötigt werden. 

UHS-I Bus und UHS-II Bus

Neuerdings gibt es auch eine neue Klasse an Speicherkarten, die abwärts kompatibel zu den bisherigen UHS-1 Karten sind und die Bezeichnung UHS-2 tragen. Diese neuen Karten kann man einer weiteren Pin-Reihe auf der Rückseite erkennen oder an dem "II" Symbol auf der Vorderseite. UHS-2 Karten entfalten ihre wahre Geschwindigkeit erst in einem entsprechenden Kartenleser mit UHS-2 Bus, können aber auch in einem UHS-1 Bus gelesen werden. 

Eine UHS-I Bus Karte kann maximal 104 MByte/s übertragen. Eine UHS-II Bus Karte kann bis zu 312 MByte/s übertragen. Natürlich steigt der Preis zwischen diesen beiden Leistungsklassen deutlich an! 

 

SD Karte mit Class 10 und 45MB/s

 

Für Fotografen ist es wichtig, die Karte in Abhängigkeit vom Kameramodell zu wählen. So benötigt man für eine Nikon D850 / Sony A7rII eine schnelle Karte. Diese beiden Kameramodelle haben eine hohe Anzahl an Megapixeln und "verursachen" somit große Datenmengen, die von der Karte verarbeitet werden müssen. Sollen Videos in 4K aufgenommen werden, so empfiehlt es sich ebenfalls eine schnelle Speicherkarte zu wählen. 

Wirklich schnelle Karten haben z.B. eine Übertragungsgeschwindigkeit von fast 300 MByte/s. Mit steigender Übertragungsgeschwindigkeit steigt aber auch der Preis für die Karten rasant.

Unsere SD Empfehlung für UHS-I Bus Kameras vom Einsteiger bis zur Oberklasse sind die SanDisk Karten. Hier ist das Preis-/Leistungsverhältnis bei der 128GB Karte am besten. Die 95 MByte/s reizen den Anschluss fast ganz aus. 

Für Kameras, die den neuen Standard des UHS-II Bus unterstützen, empfehlen wir die folgen Karten von Transcend. Bei 128GB gibt es keine Variante von Transcend, daher die SanDisk Option. 

 

SD Karten

 

CF - Compact Flash Karten

Kommen wir nun zur CF (Compact Flash) Karte. Diese gibt es auch in verschiedenen Varianten. Die CF Technik wurde im Jahr 1994 eingeführt und ist auch heute noch ein beliebter Standard bei Fotografen. Die Karten sind allerdings deutlich größer und teurer in der Anschaffung.

Grundsätzlich werden CF Karten in teureren Kameras eingesetzt. Beispiele sind die Nikon D800/810 oder die Canon 5dMk3. 

CF1 / CF2 - Beide Modelle unterscheiden sich nur in den Abmessungen. Die CF1 Karte hat eine Dicke von 3,3mm, die CF2 Karte eine Dicke von 5mm. Somit könnt ihr die CF1 in einem CF2 Slot benutzen. Allerdings nicht umgekehrt. Diese beiden Kartentypen gibt es bis zu einer Kapazität von 256GB. 

 

CF Karte mit 160 MB/s

 

Unsere CF Empfehlung

CFast - CFast ist ein recht neuer Standard. Dieser wurde 2008 eingeführt und 2012 mit Version 2.0 erweitert. Es können bis zu 600 MB/s abgespeichert werden. Die CFast ist somit eine der schnellsten Speicherkarten auf dem Markt. Auch diese Technik kann bis zu 256GB an Datenmenge abspeichern. 

Unsere CFast Empfehlung


XQD-Karten

Die neueste Technik der Speicherkarten stammt aus dem Hause Sony. Sony hat 2011 speziell für Nikon ein neues Format entwickelt. Die XQD Karte. Mit dieser Technologie ist es möglich Daten mit 440MB/s zu lesen und mit 400MB/s zu schreiben. Dies hat den Vorteil, dass Ihr den Zwischenspeicher Eurer Kamera sehr schnell geleert bekommt. 

Diese Performance lassen sich die Hersteller der XQD Karten auch bezahlen (ab ca. 119 Euro). 

Erstmals eingesetzt in der Nikon D4, ist sie inzwischen in 3 weiteren Nikon-Modellen verbaut. XQD Karten werdet ihr nicht in einer Einsteiger DSLR / DSLM finden.  Leider gibt es aktuell nur Sony als Anbieter für diese Karten. Lexar war mal ein Konkurrent, stellt aber scheinbar nach seiner Übernahme in 2017 diese Karten nicht mehr her. Der Support scheint jedoch noch gewährleistet zu sein. 

Allerdings wird Nikon aufgrund ihrer neuen Nikon Z6 und Z7 Kameras anfangen selber solche Karten herzustellen. Auch der Hersteller Delkin hat angekündigt solche Karten auf den Markt zu bringen. Diese scheinen ab Ende Oktober 2018 in den USA verfügbar zu sein. 

Es gibt von Sony auch die M-Serie, die jedoch deutlich schlechtere Leistungswerte bei Schreiben aufweist und somit keine Empfehlung von uns erhält! Z.B. werden hier 80 MB/s statt 400 MB/s geschrieben. Hier sind teilweise sogar SD-Karten schneller. 

Unsere Empfehlung - Sony Professional XQD Speicherkarte G Serie in den Varianten 64 GB oder 128 GB. Die 128 GB ist hier die bessere Wahl, weil sie ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis hat. 

 

 

 

XQD Karte 32 GB und 440MB/s

 

Fazit

Wer eine schnelle Kamera besitzt oder viele hochauflösende Videos drehen möchte, ist mit schnellen Speicherkarten immer gut beraten. Hersteller wie SanDisk oder Lexar sind zwar im oberen Preissegment zu finden, bieten aber die beste Qualität auf dem Markt. Gerade wenn man nur einen Speicherkartenslot besitzt, ist es wichtig, eine qualitativ hochwertige Speicherkarte zu besitzen. Dies kann einen Fotografen vor bösen Überraschungen bewahren. Grundsätzlich sollten Fotos / Videos jedoch immer schnellstmöglich auf einem zweiten Gerät (Computer / Laptop) gesichert werden. Gerne könnt Ihr Euch zu diesem Thema durch unseren Blog Eintrag "Backup / Datensicherung" lesen.

Nächste Termine

Quicktipp Nr. 29: Lerne jeden Tag einen neuen Tastaturshortcut

Shortcuts sind Tasten oder Tastenkombinationen, die viel Zeit sparen können. Gerade in den beliebten Programmen von Adobe, Lightroom und Photoshop, hat der Hersteller für die gängigsten Tools eine Tastenkombination eingebaut. 

Es gibt bei Lightroom fast auf jeder Taste eine Aktion die man mit ihr ausführen kann. In Verbindung mit anderen Tasten ggf. noch mehr davon.

Das kann einen am Anfang sehr erschlagen und verwirren. Unserer Tipp ist: Lerne jeden Tag nur einen neuen Shortcut. Konzentriere dich an diesem Tag den Shortcut bewusst einzusetzen, wenn du deine Bilder editierst.

Mit jedem Tag werden wird es mehr Zeit werden, die du einsparst. Du wirst Lust bekommen alles nur noch per Shortcut anzusteuern und auch das letzte aus deinen Tools herausholen können.

Probiere es direkt mal aus!  

Hier findet ihr alle Shortcuts für Lightroom

Hier alle für Photoshop

 

Quicktipp Nr. 28: Probiere andere Perspektiven aus!

Welchen Blickwinkel benutzt ihr am meisten bei euren Fotos?

Zu 90% wird es die eigene Augenhöhe sein!

Prüft es mal nach. Es ist erschreckend wie bequem wir manchmal sind. Wir kaufen uns Equipment für tausende von Euro, aber sind zu faul uns mal hin zu knien oder irgendwo hoch zu klettern, um unsere Bilder aufregender zu gestalten. Interessante Bilder werden nicht immer durch Equipment besser, sondern auch dadurch Vertrautes/Bekanntes in einer neuen Art und Weise zu zeigen. Bietet dem Betrachter eurer Bilder eine neue Perspektive, so dass sie interessiert hin schauen.

Probiert es aus, macht euch dreckig, legt euch hin, stellt euch auf die Zehenspitzen, bewegt euch! :)

Zeigt uns etwas von euch! Postet eure interessanteste Perspektive in einem Foto unter diesen Beitrag!

Das Bild hat David in Schottland aufgenommen. Er musste extra über die Felsen klettern um an diese Stelle zu kommen. Die Aufnahmehöhe entspricht ungefähr einer Höhe von 30cm. Der Wasserfall sieht daher deutlich größer aus, als er eigentlich ist :)&n…

Das Bild hat David in Schottland aufgenommen. Er musste extra über die Felsen klettern um an diese Stelle zu kommen. Die Aufnahmehöhe entspricht ungefähr einer Höhe von 30cm. Der Wasserfall sieht daher deutlich größer aus, als er eigentlich ist :) 

 
 

Quicktipp Nr. 27: Beschränke dich auf 36 durchdachte Bilder

Stellen wir uns einmal vor, wir haben keine Speicherkarte mit 1000-2000 Bilderkapazität, sondern nur 36. 36, wie in den guten alten analogen Zeiten. 36 Bilder für einen Urlaub z.B. oder ein Shooting

Was würdet ihr damit knipsen, wenn euch jedes Bild wirklich bares Geld kostet und nicht kostenlos ist?

Mit diesem Gedanken im Kopf würdet ihr euch nur noch auf die Bilder konzentrieren, die wirklich interessant sind. Die Bilder, die ihr auch wirklich jemandem am Ende des Urlaubs zeigen wollt. Wie viele von euren Bildern wollen eure Freunde von euren Urlauben wirklich sehen? Alle 1000-3000 Bilder? Oder nur die 36 Besten, zu denen es auch eine Geschichte gibt?

Probiert es aus. Tut so, als könntet ihr pro Event nur 36 Bilder machen und reduziert euch auf das Wesentliche, die besten Momente. Seht die Momente kommen und versucht erst beim perfekten Moment abzudrücken. Das schult euch enorm aus dem Knipsen raus zu kommen und euch wirklich bei jedem Bild die nötigen Gedanken zu machen.

Viel Spaß dabei :)

 

Quicktipp Nr. 26: Ignoriere die Technik, konzentriere dich auf den Bildaufbau

Vergiss für eine Weile die Technik. Sagen wir eine Woche? :)

Fotografiere im Automatikmodus oder reduziere den technischen Faktor soweit es geht. Konzentriere dich wirklich NUR auf den Inhalt deines Fotos. Beschäftige dich lange mit nur einer Szene/einem Motiv.

Es hilft ungemein den technischen Druck, gerade am Anfang, zu reduzieren und sich wirklich darauf zu konzentrieren, was man denn nun wirklich sieht, wenn man durch den Sucher seiner Kamera schaut und wie dieses Bild auf einen Außenstehenden wirkt.

Wenn ihr euch mit eurem Bildinhalt beschäftigt, werden eure Bilder deutlich besser, als wenn ihr sie nur schnell "knippst" oder versucht mit irgendwelchen technischen Kniffen einen langweilige Szene interessant zu gestalten (übertriebene Bildbearbeitung, extreme Winkel, Panorama, HDR etc.) Diese Dinge können einen guten Bildinhalt unterstützen und verbessern, jedoch nie ersetzen. Eine Blume wird immer eine eher langweilige bleiben, weil sie jeder schon mal gesehen hat, außer ihr gestaltet die Ansicht besonders/anders, als man sie sonst wahrnimmt.

 

Quicktipp Nr. 25: Prüfe deine Kamera auf Sensordreck

Dir wird vielleicht schon aufgefallen sein, dass du auf manchen Aufnahmen kleine dunkle Punkte auf dem Bild entdecken wirst.

Gerade bei hohen Blendenzahlen kommen diese sehr gut zum Vorschein. Du wirst sie am ehesten auf hellen, gleichmäßigen Stellen in deinem Bild finden, wie zum Beispiel dem Himmel oder weißen Wänden.

Hierbei handelt es sich nicht um eine Verschmutzung auf deinem Objektiv, sondern leider um eine Verschmutzung auf deinem Sensor innerhalb der Kamera. Hier können beim Objektivwechsel oder durch die Bauweise des Objektiv selber kleine Staubpartikel in das Gehäuse gelangen und am Ende auch auf dem Sensor selber landen.

Testen kannst du dies, indem du mit einer hohen Blendenzahl am Tag den Himmel fotografierst. Ab Blende 16 sieht man sie am einfachsten. Der Himmel sollte möglichst gleichmäßig und ohne Strukturen sein. Achte bei dieser großen Blende auch auf deine Verschlusszeit. Es sollte keine Bewegungsunschärfe auftreten.

Schau dir die Bilder am Computer in einer vergrößerten Ansicht an, z.B. 100% Ansicht und halte ausschau nach folgenden Punkten wie im Bild hier.

Wenn du diese Punkte siehst, dann kannst du sie entweder bei jedem Bild was du von jetzt an machst mit einem Bildbearbeitungstool entfernen, oder du gibst deine Kamera zur professionellen Reinigung. Solche eine Reinigung kann je nach Anbieter 30-80€ kosten.

Es gibt natürlich die Möglichkeit diese Reinigung selber durch zu führen. Ihr solltet auch auf Dauer dazu übergehen es selber zu machen, da eine Reinigung öfter nötig sein kann.

Bitte beachtet natürlich, dass ihr euren sehr empfindlichen Sensor permanent schädigen könnt, wenn ihr hier etwas falsch macht.

Am Anfang würde ich einen Blasebalg für die Reinigung empfehlen, der speziell für diesen Zweck ausgelegt ist! Dieser hat im Inneren einen Filter, so das ihr keine dreckige Luft ansaugt und diese direkt auf den Sensor blast und das Problem somit verschlimmert.

So einen Blasebalg erhaltet ihr schon für unter 10€. Für die Reinigung müsst ihr natürlich bei einer Spiegelreflexkamera das Objektiv abnehmen und die Kamera in einen Wartungsmodus versetzen, so dass sie den Spiegel vor dem Sensor hochklappt und dort auch belässt. Schaut bitte für euer Kameramodell ins Handbuch um nichts falsch zu machen.

Bei einer Spiegellosenkamera reicht natürlich das Abnehmen des Objektivs.

Viel Erfolg dabei!

David